Was ist FTP und wie funktioniert der Datentransfer wirklich?

Stellen Sie sich vor, Sie müssten große Dateien – sagen wir, komplette Baupläne für ein neues Bürogebäude – an einen externen Architekten schicken. Eine E-Mail würde an der schieren Dateigröße scheitern. Genau für solche Fälle wurde vor langer Zeit ein digitales Protokoll entwickelt: das File Transfer Protocol, kurz FTP.

Man kann sich FTP am besten als einen spezialisierten digitalen Kurierdienst vorstellen. Er ist nicht dafür da, kleine Briefe zu verschicken, sondern um große und sperrige Datenpakete zuverlässig von A nach B zu transportieren. Seit Jahrzehnten sorgt dieses simple, aber robuste System dafür, dass Dateien sicher ankommen.

Wie FTP im Kern funktioniert

Das Grundprinzip von FTP ist erstaunlich einfach und basiert auf einer klaren Rollenverteilung, die man in der IT als Client-Server-Architektur bezeichnet. An jeder Übertragung sind immer zwei Parteien beteiligt, die ganz unterschiedliche Aufgaben übernehmen.

Die zwei Hauptakteure im FTP-Prozess

Damit eine Dateiübertragung stattfinden kann, braucht es einen Sender und einen Empfänger:

  • Der FTP-Client: Das ist im Grunde Ihr Computer, oft mit einer speziellen Software wie FileZilla oder WinSCP. In unserer Kurier-Analogie sind Sie der Absender. Sie packen das Paket (die Baupläne), schreiben die Adresse drauf und übergeben es dem Kurier. Der Client startet also die Übertragung.

  • Der FTP-Server: Dies ist der Zielcomputer, der quasi als Warenlager oder Postfach für den Empfänger dient. Er läuft rund um die Uhr und wartet darauf, Lieferungen anzunehmen. Natürlich hat nicht jeder einfach so Zutritt – der Server stellt sicher, dass nur berechtigte Personen (in diesem Fall der Architekt) auf die Dateien zugreifen können.

Diese Arbeitsteilung ist es, die FTP so gradlinig und effizient macht. Der Client muss sich nur darum kümmern, die Verbindung herzustellen und die Daten loszuschicken. Der Server übernimmt dann den Rest: die sichere Annahme, die Speicherung und die Verwaltung der Dateien am Zielort.

Diese Tabelle fasst die wichtigsten Bausteine von FTP zusammen, um Ihnen einen schnellen Überblick zu geben.

Die Kernkomponenten von FTP verständlich gemacht

Komponente Aufgabe im Prozess Analogie des Kurierdienstes
FTP-Client Die Software, die eine Dateiübertragung startet. Sie stellt die Verbindung zum Server her und sendet oder empfängt die Daten. Der Absender, der das Paket zusammenstellt, die Adresse aufschreibt und den Kurier beauftragt.
FTP-Server Ein Computer, der ständig online ist und darauf wartet, Verbindungen von Clients anzunehmen. Er speichert die Dateien und verwaltet Zugriffsrechte. Das Lagerhaus oder Postfach des Empfängers. Es ist immer geöffnet und nimmt Lieferungen entgegen.
Kontrollverbindung (Port 21) Der Kommunikationskanal, über den Befehle wie „Anmelden“, „Datei hochladen“ oder „Verzeichnis wechseln“ ausgetauscht werden. Das Auftragsformular, auf dem der Absender dem Kurier genaue Anweisungen gibt, was mit dem Paket zu tun ist.
Datenverbindung (variabler Port) Der separate Kanal, der nur für die eigentliche Übertragung der Datei genutzt wird. Sobald die Datei durch ist, wird der Kanal geschlossen. Der Lieferwagen selbst, der ausschließlich für den Transport des Pakets von A nach B zuständig ist.

Jede dieser Komponenten hat eine klar definierte Rolle. Genau diese strukturierte Aufteilung macht FTP zu einem so verlässlichen Werkzeug für den Datentransfer.

FTP ist also mehr als nur eine veraltete Technologie. Es ist ein bewährtes System für den strukturierten Datenaustausch. Trotz seines Alters spielt es wegen seiner Einfachheit und Effizienz beim Umgang mit großen Datenmengen noch immer eine wichtige Rolle in vielen Unternehmen.

So funktioniert der Datenaustausch über FTP wirklich

Um zu verstehen, wie FTP im Kern tickt, werfen wir am besten einen Blick unter die Motorhaube. Der gesamte Prozess basiert auf dem altbewährten Server-Client-Prinzip. Das Besondere dabei ist, dass FTP zwei komplett getrennte Verbindungen nutzt: eine für die Befehle und eine für die eigentlichen Daten.

Man kann sich das wie zwei Telefonleitungen vorstellen. Über die eine wird nur geredet und koordiniert, über die andere werden die Pakete geschickt.

Der Befehlskanal: Die Kommandozentrale

Alles beginnt mit dem Befehlskanal. Standardmäßig läuft diese Verbindung über Port 21. Hier findet die gesamte Organisation statt, aber es werden noch keine Dateien ausgetauscht.

Über diesen Kanal sendet der FTP-Client seine Anweisungen an den Server, zum Beispiel:

  • USER [Benutzername] – um sich anzumelden.
  • PASS [Passwort] – um sich zu authentifizieren.
  • LIST – um den Inhalt eines Ordners anzuzeigen.
  • STOR [Dateiname] – um eine Datei hochzuladen.

Der Server antwortet auf jeden Befehl mit einer Bestätigung oder einer Fehlermeldung. Das ist quasi die Logistikzentrale, in der alles geregelt wird, bevor die Ware auf den Lkw kommt.

Der Datenkanal: Die Transportroute

Sobald ein Befehl zum Übertragen einer Datei gegeben wird, kommt der zweite Kanal ins Spiel: der Datenkanal. Er wird nur dann geöffnet, wenn tatsächlich Daten fließen sollen. Im klassischen „aktiven Modus“ wird dafür standardmäßig Port 20 genutzt.

Der entscheidende Kniff ist diese Trennung: Während eine große Datei über den Datenkanal übertragen wird, bleibt der Befehlskanal frei für weitere Anweisungen. Ist die Übertragung abgeschlossen, schließt sich der Datenkanal sofort wieder.

Diese Grafik zeigt den grundlegenden Ablauf – vom Wunsch des Clients bis zur Antwort des Servers.

Prozessfluss zu FTP: Ein Diagramm zeigt Client, FTP und Server mit verbindenden Pfeilen.

Man sieht deutlich, wie der Client die Verbindung startet und der Server reagiert, indem er die angeforderten Dateien über den Datenkanal zur Verfügung stellt.

Aktiv oder Passiv? Ein Detail mit großer Wirkung

Jetzt wird es technisch interessant. Es gibt nämlich zwei Arten, wie dieser Datenkanal aufgebaut werden kann: der aktive und der passive Modus.

Im aktiven Modus teilt der Client dem Server mit: „Hey Server, verbinde dich bitte mit mir unter dieser IP und diesem Port, um mir die Daten zu schicken.“ Das Problem? Moderne Firewalls mögen es gar nicht, wenn ein Server von außen einfach so eine Verbindung ins interne Netzwerk aufbaut. Das wird meist blockiert.

Deshalb hat sich der passive Modus durchgesetzt. Hier sagt der Server zum Client: „Wenn du die Daten willst, verbinde dich bitte mit mir auf diesem Port.“ Der Client baut die Verbindung also selbst auf, was für Firewalls absolut in Ordnung ist. In der Praxis ist das heute die Standardeinstellung und ein entscheidender Punkt bei der Konfiguration, um Probleme im Firmennetzwerk von vornherein zu vermeiden.

Wo FTP heute noch im Geschäftsalltag eingesetzt wird

Auch wenn es modernere und sicherere Alternativen gibt, ist das File Transfer Protocol in vielen Geschäftsprozessen überraschend tief verwurzelt. Oft läuft es still und leise im Hintergrund und sorgt dafür, dass kritische Abläufe einfach funktionieren. Man kann sich FTP wie das alte, aber absolut zuverlässige Getriebe in einer Produktionsmaschine vorstellen – man tauscht es erst aus, wenn es wirklich sein muss.

Einer der häufigsten Anwendungsfälle ist der automatisierte Austausch von Massendaten mit Geschäftspartnern. Stellen Sie sich einen Onlinehändler vor, der täglich Hunderte von Bestellungen an sein externes Lager übermitteln muss. Statt diese Daten manuell per E-Mail zu verschicken, legt ein Skript die Bestelldatei ganz automatisch auf dem FTP-Server des Logistikpartners ab.

Dieser Vorgang ist planbar, robust und kommt ohne menschliches Zutun aus. Ähnliche Szenarien finden sich in der gesamten Lieferkette, zum Beispiel beim Austausch von Lagerbeständen, Produktkatalogen oder Rechnungsdaten zwischen Herstellern und Lieferanten.

Webserver-Verwaltung und Softwareverteilung

Ein weiterer Klassiker ist die Verwaltung von Webservern. Entwickler und Agenturen greifen auf FTP-Clients zurück, um neue Website-Inhalte, Bilder oder Plugins hochzuladen. Im Alltag wird FTP oft für grundlegende Aufgaben wie die WordPress Installation verwendet, um die notwendigen Dateien auf den Server zu bekommen. Obwohl moderne Systeme oft integrierte Lösungen bieten, bleibt FTP eine universelle und schnell verständliche Methode für den direkten Dateizugriff.

Außerdem dient es als verlässlicher Kanal für die Softwareverteilung. Große Organisationen und technische Institutionen in Deutschland nutzen FTP-Server, um Software bereitzustellen. Ein bekanntes Beispiel ist die Technische Universität Chemnitz, die über ihren öffentlichen Server zahlreiche Linux-Distributionen und Open-Source-Software zum Download anbietet. Mehr zu diesen Angeboten der TU Chemnitz findet man auf deren Webseite.

Austausch großer interner Dateien

Was passiert, wenn ein Team riesige Dateien austauschen muss, die jedes E-Mail-Postfach sprengen würden – etwa Videomaterial, CAD-Zeichnungen oder umfangreiche Datenbank-Backups? Hier kommt oft ein interner FTP-Server ins Spiel. Er funktioniert wie ein zentraler Ablageort, auf den autorisierte Mitarbeiter zugreifen, um große Datenpakete unkompliziert abzulegen oder abzuholen.

FTP agiert in vielen Unternehmen als unsichtbarer Helfer für geplante, wiederkehrende und datenintensive Aufgaben. Seine Stärke liegt in der Einfachheit und der Möglichkeit, Prozesse vollständig zu automatisieren, was ihn für bestimmte Nischenanwendungen auch heute noch relevant macht.

Diese drei Anwendungsfälle zeigen, warum FTP trotz seines Alters noch lange nicht ausgedient hat. Es ist ein bewährtes Arbeitspferd für ganz spezifische Aufgaben, bei denen Zuverlässigkeit und Automatisierung wichtiger sind als ausgefeilte Funktionen. Viele KMU haben über Jahre hinweg Prozesse etabliert, die auf dieser Technologie basieren und einfach einwandfrei laufen.

Die verborgenen Risiken von klassischem FTP

Auch wenn FTP in manchen Nischen noch immer im Einsatz ist, muss man klar sagen: Aus heutiger Sicht ist die Nutzung mit erheblichen, oft unterschätzten Sicherheitsrisiken verbunden. Als IT-Verantwortlicher sollten Sie diese Schwachstellen kennen, denn sie machen das alte Protokoll zu einem offenen Scheunentor in Ihrer IT-Infrastruktur.

Datenübertragung im Büro: Dokumente fließen von Laptop zu Server, im Hintergrund eine Person.

Das Kernproblem von FTP ist die vollständige Abwesenheit von Verschlüsselung. Alles – Ihre Zugangsdaten wie Benutzername und Passwort, aber auch die Dateien selbst – wird im Klartext durchs Netz geschickt.

Man kann es sich so vorstellen, als würde man vertrauliche Vertragsdetails oder Kundendaten auf eine Postkarte schreiben und per Post versenden. Jeder, der die Karte auf dem Weg in die Hände bekommt, kann ohne Weiteres mitlesen. Exakt das passiert bei einer FTP-Übertragung.

Man-in-the-Middle-Angriffe leicht gemacht

Diese unverschlüsselte Kommunikation macht FTP extrem anfällig für sogenannte Man-in-the-Middle-Angriffe (MitM). Ein Angreifer im selben Netzwerk, etwa in einem öffentlichen WLAN, kann den Datenverkehr mühelos mitschneiden und alle Informationen auslesen.

Einmal abgefangen, können die Daten nicht nur gestohlen, sondern auch manipuliert werden. Ein Angreifer könnte zum Beispiel eine Rechnungsdatei unterwegs abfangen, seine eigene Kontonummer einfügen und sie dann erst an den eigentlichen Empfänger weiterleiten. Der Schaden ist vorprogrammiert.

Klassisches FTP zu nutzen ist, als würde man ein vertrauliches Gespräch quer über einen belebten Marktplatz führen. Jeder kann mithören und die Informationen für seine Zwecke missbrauchen. In einem Geschäftsumfeld, das auf Vertraulichkeit angewiesen ist, ist dieses Risiko schlicht nicht tragbar.

Weitere Einfallstore für Angreifer

Doch die fehlende Verschlüsselung ist nicht das einzige Problem. Es gibt noch weitere kritische Schwachstellen, die FTP zu einem Sicherheitsrisiko machen:

  • Brute-Force-Angriffe: Schlecht konfigurierte FTP-Server sind ein beliebtes Ziel für automatisierte Angriffe. Dabei hämmern Bots Tausende von Passwortkombinationen auf den Server ein, bis sie schließlich Zugang finden.
  • Verbreitung von Malware: Sobald ein Angreifer einen FTP-Server gekapert hat, kann er ihn als Plattform nutzen, um Schadsoftware zu lagern und zu verteilen. Ihr Server wird so unwissentlich Teil eines kriminellen Netzwerks.
  • Compliance-Verstöße: Die Übertragung personenbezogener oder sensibler Geschäftsdaten über unverschlüsselte Kanäle verstößt direkt gegen Datenschutzvorgaben wie die DSGVO und gegen die Anforderungen von Normen wie NIS-2 oder ISO 27001.

Die Risiken sprechen eine klare Sprache: Der Einsatz von klassischem FTP ist heute keine vertretbare Option mehr. Der Umstieg auf sichere Protokolle ist keine bloße Empfehlung – es ist eine betriebliche Notwendigkeit, um die Integrität Ihrer Daten zu schützen und Compliance-Anforderungen zu erfüllen.

SFTP und FTPS: Die sicheren Nachfolger für den Datentransfer

Okay, wir haben gesehen, dass das klassische FTP seine besten Tage hinter sich hat – zumindest was die Sicherheit angeht. Die fehlende Verschlüsselung ist in der heutigen Zeit einfach ein No-Go. Aber keine Sorge, die Lösung ist längst da und hat sich in der Praxis bewährt: SFTP (SSH File Transfer Protocol) und FTPS (FTP over SSL/TLS).

Diese beiden Protokolle sind die Antwort auf die entscheidende Frage nach Vertraulichkeit und Integrität. Sie legen einen digitalen Schutzmantel um Ihre Daten, indem sie nicht nur die Zugangsdaten, sondern den kompletten Datenstrom verschlüsseln. Für Angreifer wird es damit praktisch unmöglich, sensible Informationen abzugreifen oder zu manipulieren.

Ein Laptop, ein Netzwerkgerät und ein leuchtendes Netzwerkkabel, das um ein Vorhängeschloss gewickelt ist, symbolisieren Datensicherheit.

SFTP: Sicherheit auf einem neuen Fundament

Man könnte meinen, SFTP sei einfach nur ein "sicheres FTP". Doch trotz des ähnlichen Namens steckt technisch etwas völlig anderes dahinter. SFTP ist kein simples Upgrade, sondern ein komplett eigenständiges Protokoll, das auf dem Fels in der Brandung der Netzwerksicherheit aufbaut: SSH (Secure Shell).

Stellen Sie sich SSH als ein bewährtes, hochsicheres Tunnelsystem vor. SFTP nutzt genau diesen Tunnel, um Daten zu transportieren. Der riesige Vorteil? Alles – Befehle wie auch die eigentlichen Dateien – läuft über eine einzige, stark verschlüsselte Verbindung, standardmäßig über Port 22. Das macht die Konfiguration von Firewalls zum Kinderspiel, weil Sie nur diesen einen Port freigeben müssen. Einfach, robust und sicher.

FTPS: Der direkte, aber aufgerüstete Erbe

Im Gegensatz zu SFTP ist FTPS genau das, wonach es klingt: das gute alte FTP, aber mit einer modernen Sicherheitsweste. Hier wird die bewährte SSL/TLS-Verschlüsselung über das FTP-Protokoll gestülpt – also dieselbe Technologie, die auch Ihr Online-Banking oder sichere Webseiten (HTTPS) schützt.

Der Haken an der Sache ist, dass FTPS die grundlegende Architektur von FTP erbt. Das bedeutet, es nutzt nach wie vor getrennte Kanäle für Befehle und Daten. Das kann die Einrichtung in Netzwerken mit strengen Firewall-Regeln etwas kniffliger machen, weil Sie einen Portbereich für die Datenverbindungen freischalten müssen. Eine detaillierte Anleitung dazu finden Sie übrigens in unserem Guide, wie man einen sicheren Ubuntu FTPS Server aufsetzt.

Unterm Strich leisten beide Protokolle, SFTP und FTPS, genau das, was für moderne Sicherheitsstandards und Compliance-Vorgaben wie NIS-2 und ISO 27001 gefordert wird: eine durchgängige Verschlüsselung. Die Entscheidung für das eine oder andere hängt oft von der vorhandenen IT-Infrastruktur und den konkreten Anforderungen ab.

Damit die Wahl leichter fällt, werfen wir einen direkten Blick auf die wichtigsten Unterschiede.

Protokollvergleich FTP vs. FTPS vs. SFTP

Die folgende Tabelle stellt die drei Protokolle direkt gegenüber und zeigt auf einen Blick, wo die Stärken und Schwächen liegen.

Merkmal Standard FTP FTPS (FTP over SSL/TLS) SFTP (SSH File Transfer Protocol)
Sicherheit Keine Verschlüsselung (hohes Risiko) Starke SSL/TLS-Verschlüsselung Starke SSH-Verschlüsselung
Ports Port 21 (Befehle), Port 20 (Daten) Port 21 (Befehle), variabler Port (Daten) Port 22 (Befehle und Daten)
Firewall Oft problematisch (aktiver/passiver Modus) Potenziell komplex (mehrere Ports) Einfach (nur ein Port)
Technische Basis Eigenes Protokoll FTP + SSL/TLS-Schicht Basiert auf SSH
Compliance Nicht NIS-2 / ISO 27001 konform Konform Konform

Wie man sieht, sind sowohl FTPS als auch SFTP absolut konforme und sichere Lösungen. Der entscheidende Unterschied liegt meist in der Einfachheit der Implementierung, bei der SFTP durch seine Ein-Port-Architektur oft die Nase vorn hat.

Einen sicheren FTP-Server im Unternehmen betreiben

Einen eigenen Server für den Datentransfer zu betreiben, ist eine echte Verantwortung. Es geht um weit mehr als nur darum, eine Software zu installieren und auf „Start“ zu klicken. Ohne eine durchdachte Strategie und kontinuierliche Pflege wird Ihr Server schneller zur tickenden Zeitbombe, als Sie denken.

Das A und O ist eine granulare Rechtevergabe. Der Gedanke, dass jeder Mitarbeiter auf alles zugreifen kann, ist nicht nur veraltet, sondern grob fahrlässig. Definieren Sie glasklare Benutzerrollen und geben Sie jedem nur Zugriff auf die Ordner, die er oder sie für die tägliche Arbeit wirklich braucht. Dieses simple „Need-to-know“-Prinzip ist Ihr stärkster Hebel gegen Datenlecks.

Genauso wichtig ist die proaktive Wartung. Angreifer lieben veraltete Software – sie ist wie eine offene Einladung.

Ein sicherer Server ist immer ein aktueller Server. Das regelmäßige Einspielen von Sicherheitsupdates ist keine lästige Pflicht, sondern eine absolute Notwendigkeit. Wer hier schläft, riskiert seine gesamte IT-Infrastruktur.

Diese Vorgehensweise bildet das Fundament jeder vernünftigen Sicherheitsstrategie und ist übrigens auch eine klare Anforderung von Standards wie ISO 27001 und NIS‑2. Wenn Sie tiefer einsteigen wollen, finden Sie in unserem Leitfaden eine praxisnahe Anleitung zur fachgerechten Einrichtung eines FTP-Servers.

Proaktive Überwachung und eiserne Zugriffskontrolle

Einmal eingerichtet, ist die Arbeit noch lange nicht vorbei. Sie müssen jederzeit wissen, was auf Ihrem Server los ist. Die aktive Überwachung der Server-Logs ist dabei Ihr Frühwarnsystem. Sehen Sie wiederholte, fehlgeschlagene Login-Versuche von derselben IP? Das ist ein Lehrbuchbeispiel für einen Brute-Force-Angriff, und Sie müssen sofort handeln.

Ziehen Sie zusätzlich klare Grenzen beim Zugriff. Hier sind ein paar bewährte Methoden aus der Praxis:

  • IP-Whitelisting: Erlauben Sie Zugriffe ausschließlich von bekannten, vertrauenswürdigen IP-Adressen. Damit schlagen Sie 99 % der automatisierten Angriffsversuche von vornherein die Tür vor der Nase zu.
  • Starke Passwörter erzwingen: Setzen Sie eine Passwortrichtlinie durch, die diesen Namen auch verdient. Und wo immer es technisch geht: Schalten Sie die Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) ein.
  • Automatische Sperren: Richten Sie den Server so ein, dass er IP-Adressen nach einer Handvoll gescheiterter Anmeldeversuche automatisch blockiert. Das stoppt Angreifer, bevor sie überhaupt eine Chance haben.

Zu guter Letzt: Behalten Sie Ihren Speicherplatz im Auge. Ein vollgelaufener Server führt nicht nur zu Ausfällen, sondern kann auch neue Sicherheitslücken aufreißen. Ein Blick darauf, wie professionelle Hoster die aktuelle Speicherplatznutzung aufschlüsseln, macht deutlich, wie wichtig eine genaue Überwachung ist. Wenn Sie diese Maßnahmen konsequent umsetzen – am besten mit einem erfahrenen IT-Partner an Ihrer Seite –, schaffen Sie eine robuste Infrastruktur, die auch den Anforderungen von NIS‑2 standhält.

Absolut! Hier ist eine vollständig überarbeitete, menschlich und natürlich klingende Version des Abschnitts, die den Stil eines erfahrenen Experten widerspiegelt.


FTP, SFTP und Co. – die häufigsten Fragen aus der Praxis

Immer wieder tauchen dieselben Fragen auf, wenn es um den Datentransfer geht. Hier bringe ich die wichtigsten Punkte für Sie auf den Punkt – kurz, klar und ohne Fachchinesisch.

Kann ich heute noch das klassische FTP verwenden?

Die Antwort ist ein klares und unmissverständliches Nein. Aus heutiger Sicht ist die Nutzung von klassischem, unverschlüsseltem FTP grob fahrlässig. Stellen Sie sich vor, Sie würden Ihre Passwörter und Firmendaten per Postkarte verschicken – genau das passiert bei FTP. Alles wird im Klartext übertragen und ist für Angreifer ein offenes Buch.

Wenn Sie moderne Anforderungen wie die NIS-2-Richtlinie oder eine ISO-27001-Zertifizierung ernst nehmen, führt kein Weg an verschlüsselten Protokollen wie SFTP oder FTPS vorbei. Es geht hier nicht mehr nur um eine Empfehlung, sondern um eine absolute Notwendigkeit zum Schutz Ihrer Geschäftsgeheimnisse.

Klassisches FTP ist ein Relikt aus einer anderen Zeit und erfüllt keinerlei moderne Sicherheitsanforderungen mehr. Der Umstieg auf sichere Alternativen ist Pflicht, keine Kür.

SFTP oder FTPS – was ist der entscheidende Unterschied?

Das ist eine der häufigsten Fragen, und der Kernunterschied liegt im technischen Fundament. FTPS ist im Grunde genommen das alte FTP-Protokoll, dem man nachträglich eine SSL/TLS-Verschlüsselung übergestülpt hat. Es behält die alte Struktur mit zwei getrennten Verbindungen für Befehle und Daten bei.

SFTP hingegen ist von Grund auf anders konzipiert. Es ist kein aufgebohrtes FTP, sondern ein komplett eigenständiges Protokoll, das auf dem extrem sicheren SSH (Secure Shell) basiert. Die gesamte Kommunikation, also Befehle und Daten, läuft über einen einzigen Kanal (Standard-Port 22). Das macht SFTP in der Praxis oft unkomplizierter, gerade wenn man mit restriktiven Firewalls zu tun hat, und gilt gemeinhin als die robustere und modernere Lösung.

Braucht unser Unternehmen wirklich einen eigenen FTP-Server?

Nicht unbedingt. Ein eigener, professionell gehärteter SFTP- oder FTPS-Server macht dann Sinn, wenn Sie regelmäßig große Datenmengen oder sensible Informationen automatisiert mit festen Geschäftspartnern austauschen. Denken Sie an den täglichen Abgleich von Produktionsdaten oder die Übermittlung von Lohnabrechnungen.

Für viele andere Zwecke gibt es heute aber intelligentere und oft auch sicherere Lösungen. Moderne Cloud-Speicher oder spezialisierte Managed-File-Transfer-Plattformen (MFT) nehmen Ihnen den gesamten Verwaltungs- und Wartungsaufwand ab. Bevor Sie also eigene Server aufsetzen, sollten Sie genau prüfen, was Sie wirklich brauchen. Oft ist eine gemanagte Lösung die wirtschaftlichere und sicherere Wahl.

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