Wie erkenne ich Phishing Mails sicher und schnell

Phishing-Mails zu erkennen, ist eine Kunst für sich. Es ist oft eine Mischung aus einem komischen Gefühl im Bauch, einem Absender, der nicht ganz koscher aussieht, einer plötzlich aufkommenden, künstlichen Dringlichkeit und natürlich verdächtigen Links oder Anhängen. Die Betrüger werden immer cleverer, weshalb selbst die besten Sicherheitssysteme manchmal eine solche Mail durchrutschen lassen.

Warum das Erkennen von Phishing-Mails überlebenswichtig ist

Besorgter Mann schaut auf Laptop mit Warnzeichen bei Phishing-E-Mail in seiner Küche.

Phishing ist weit mehr als nur nerviger Spam im Posteingang. Es ist eine der hinterhältigsten und zugleich häufigsten Gefahren für uns alle – egal ob privat oder im Unternehmen. Ein einziger unbedachter Klick kann eine Lawine von Problemen auslösen, die weit über einen einfachen Computervirus hinausgehen.

Die Angreifer spielen dabei geschickt mit unserer Psyche. Sie ahmen bekannte Marken wie Amazon, PayPal oder die eigene Hausbank täuschend echt nach. Durch gefälschte Warnungen, angebliche Kontosperrungen oder vermeintlich exklusive Angebote erzeugen sie gezielt Druck, Angst oder Gier, um uns zu schnellen, unüberlegten Handlungen zu bewegen.

Die wachsende Bedrohung in Zahlen

Die aktuellen Statistiken sind alarmierend und zeigen, wie wichtig Wachsamkeit ist. Allein im dritten Quartal gab es in Deutschland einen schockierenden Anstieg von 595 % bei gehackten Konten. Das sind über 10,5 Millionen kompromittierte Benutzerkonten in nur drei Monaten. Anders ausgedrückt: Die Zahl sprang von 11,7 auf 81,3 betroffene Konten pro Minute, was Deutschland zu einem der Hauptziele für Datenklau weltweit macht. Die dramatische Zunahme von Cyberangriffen in Deutschland ist eine Entwicklung, die man nicht ignorieren kann.

Ein einziger erfolgreicher Phishing-Angriff kann ausreichen, um einem Unternehmen finanziellen Schaden zuzufügen, sensible Daten zu kompromittieren und das Vertrauen von Kunden nachhaltig zu erschüttern.

Die Folgen sind oft verheerend und vielfältig:

  • Finanzielle Verluste: Betrüger verleiten zu direkten Überweisungen oder stehlen Bankdaten.
  • Identitätsdiebstahl: Persönliche Informationen werden für kriminelle Zwecke missbraucht.
  • Datenabfluss im Unternehmen: Unbefugte greifen auf Kundendaten, Geschäftsgeheimnisse oder interne Dokumente zu.
  • Ransomware-Infektionen: Wichtige Dateien werden verschlüsselt, und es folgt eine hohe Lösegeldforderung.

Eine Phishing-Mail rechtzeitig zu entlarven, ist daher längst keine reine IT-Aufgabe mehr. Es ist eine grundlegende Fähigkeit für jeden Mitarbeiter und eine tragende Säule der gesamten Unternehmenssicherheit. Um das eigene Team fit zu machen, ist ein professionelles Cyber Security Awareness Training entscheidend, denn es stärkt die wichtigste Verteidigungslinie überhaupt: den Menschen.

Eine Phishing-Mail entlarven: Der Blick für die verräterischen Details

Eine Person untersucht eine E-Mail auf einem Laptop-Bildschirm mit einer Lupe, um gefälschte Adressen und verdächtige Links zu erkennen.

Um Phishing-Mails sicher zu erkennen, müssen wir uns in die Denkweise der Angreifer hineinversetzen und ihre typischen Fehler aufspüren. Oft sind es die kleinen Details und Unstimmigkeiten, die eine Fälschung verraten – selbst wenn die E-Mail auf den ersten Blick täuschend echt und professionell aussieht. Ein geschulter Blick zerlegt die Nachricht in ihre Einzelteile und prüft jedes Element kritisch.

Der erste und wichtigste Check ist immer der Absender. Cyberkriminelle geben sich wirklich Mühe, echte Adressen zu imitieren, aber genau hier passieren oft die Fehler, die Sie als aufmerksamer Empfänger entlarven können.

Die Absenderadresse: Der erste und häufigste Fehler der Angreifer

Eine seriöse Firma wie PayPal wird Ihnen niemals von einer Adresse wie paypal-sicherheit@gmail.com schreiben. Große Unternehmen nutzen ausnahmslos ihre eigene Domain. Werden Sie also sofort misstrauisch, wenn eine vermeintlich offizielle E-Mail von einem öffentlichen Anbieter wie Gmail, GMX oder Web.de kommt.

Angreifer setzen aber auch auf subtilere Tricks. Besonders beliebt sind sogenannte Typosquatting-Domains, bei denen Buchstaben oder Zahlen so geschickt vertauscht werden, dass man sie beim schnellen Überfliegen kaum bemerkt.

  • Beispiel 1: support@micros0ft-teams.de (Hier wurde das „o“ durch eine Null ersetzt)
  • Beispiel 2: service@paypaI.com (Ein großes „i“ statt eines kleinen „L“ – ein Klassiker!)
  • Beispiel 3: info@meine-bank.co (Falsche Länderendung; .co statt .de)

Gerade auf dem Smartphone ist das eine echte Falle, weil oft nur der Anzeigename sichtbar ist. Mein Tipp: Tippen Sie immer auf den Namen, um sich die vollständige E-Mail-Adresse anzeigen zu lassen.

Die Anrede und der Tonfall: Oft unpersönlich und seltsam

Direkt nach dem Absender sollten Sie einen Blick auf die Anrede werfen. Das ist der nächste typische Stolperstein für viele Betrüger. Während Ihr echtes Finanzamt oder Ihre Bank Sie persönlich mit Ihrem Namen anspricht, greifen Phisher oft auf unpersönliche und allgemeine Formulierungen zurück.

Eine unpersönliche Anrede wie „Sehr geehrter Kunde“ oder „Hallo E-Mail-Nutzer“ ist ein ganz klares Warnsignal. Ihr Dienstleister kennt Ihren Namen und hat keinen Grund, ihn nicht zu verwenden.

Auch der sprachliche Stil kann verräterisch sein. Früher waren Phishing-Mails für ihre haarsträubenden Übersetzungsfehler berüchtigt. Heute, im Zeitalter der KI, sind die Texte grammatikalisch oft korrekt, wirken aber trotzdem unnatürlich, irgendwie steif oder seelenlos. Achten Sie auf Formulierungen, die einfach nicht zum gewohnten Ton des angeblichen Absenders passen.

Gefährliche Links und Anhänge: Der eigentliche Köder

Im Kern jeder Phishing-Mail steckt eine Handlungsaufforderung, die Sie fast immer über einen Link oder einen Anhang ausführen sollen. Die goldene Regel lautet: Niemals unüberlegt klicken! Fahren Sie stattdessen am PC mit der Maus über den Link (ohne zu klicken), um die tatsächliche Ziel-URL in der Statusleiste zu sehen. Auf Mobilgeräten halten Sie den Finger einfach etwas länger auf den Link gedrückt, um eine Vorschau der Adresse zu erhalten.

Ein klassisches Szenario ist die gefälschte Paketankündigung, die Sie auf eine Seite wie dhl-de-verfolgung.info locken will. Die echte Domain lautet aber schlicht dhl.de.

Anhänge sind eine noch direktere Bedrohung. Öffnen Sie auf keinen Fall unerwartete Dateien, schon gar nicht, wenn es sich um Archive oder seltsame Dateitypen handelt.

  • .zip- oder .rar-Dateien: Können Schadsoftware enthalten, die sich beim Entpacken sofort aktiviert.
  • .html- oder .htm-Dateien: Das ist besonders hinterhältig. Sie öffnen eine gefälschte Login-Seite direkt auf Ihrem Computer, die Ihre Eingaben abfängt.
  • .exe-, .js- oder .vbs-Dateien: Das sind ausführbare Dateien und in einem unerwarteten Anhang fast immer bösartig.

Die Angreifer spielen dabei bewusst mit unserer Psyche. Sie erzeugen künstlichen Druck mit Drohungen wie „Ihr Konto wird in 24 Stunden gesperrt“ oder „Ihre Sendung wird zurückgeschickt“. Diese vorgetäuschte Dringlichkeit soll Sie zu einem unüberlegten, schnellen Klick verleiten.

Die Bedrohungslage für Unternehmen in Deutschland ist ernst. Laut einer aktuellen Studie waren 15 % der deutschen Unternehmen im vergangenen Jahr Opfer eines erfolgreichen Cyberangriffs. Phishing ist dabei mit 84 % die mit Abstand häufigste Methode, bei der Mitarbeiter durch gefälschte E-Mails getäuscht werden. Mehr dazu finden Sie in den Erkenntnissen der Cybersecurity-Studie 2025.

Für den zweiten Blick: Technische Details, die Fälschungen entlarven

Manchmal reicht der erste, schnelle Check einfach nicht aus. Professionell gemachte Phishing-Mails sind heute so raffiniert, dass die typischen visuellen Alarmglocken ausbleiben. Wenn Ihr Bauchgefühl aber trotzdem leise protestiert, ist es an der Zeit, tiefer zu graben – und zwar im E-Mail-Header.

Dieser Bereich ist quasi der Maschinenraum einer E-Mail. Er enthält eine Fülle technischer Protokolldaten über den Weg der Nachricht durchs Netz. Auch wenn Sie kein IT-Profi sind, können Sie hier mit wenigen Blicken entscheidende Hinweise finden, die eine Fälschung glasklar entlarven.

Den E-Mail-Header aufspüren und richtig deuten

Jedes Mail-Programm versteckt den Header an einer etwas anderen Stelle, aber der Weg dorthin ist meist nicht weit.

  • In Outlook (Desktop-App) geht's oft über „Datei“ > „Eigenschaften“ und dann in das Feld „Internetkopfzeilen“.
  • Bei Gmail klicken Sie einfach auf die drei Punkte neben dem Antworten-Pfeil und wählen „Original anzeigen“.

Auf den ersten Blick wirkt der Header wie eine unleserliche Wand aus Code. Aber keine Panik, Sie müssen nicht alles verstehen. Richten Sie Ihr Augenmerk auf die Zeilen, die mit Received: from beginnen, und ganz besonders auf den Abschnitt Authentication-Results. Hier steht schwarz auf weiß, was der Mailserver bereits im Hintergrund für Sie geprüft hat.

SPF, DKIM und DMARC: Die drei Wächter Ihrer Mailbox

Moderne E-Mail-Systeme setzen auf ein schlagkräftiges Trio, um die Echtheit von Absendern zu verifizieren. Wenn Sie wissen, was diese Abkürzungen bedeuten, haben Sie ein mächtiges Werkzeug in der Hand.

  • SPF (Sender Policy Framework): Eine Art Türsteher-Liste. Sie legt fest, welche Mailserver überhaupt die Erlaubnis haben, im Namen einer bestimmten Domain E-Mails zu versenden.
  • DKIM (DomainKeys Identified Mail): Ein digitales Siegel. Jede ausgehende E-Mail erhält eine einzigartige Signatur. Der empfangende Server kann so prüfen, ob die Nachricht unterwegs manipuliert wurde und wirklich vom angegebenen Absender stammt.
  • DMARC (Domain-based Message Authentication, Reporting and Conformance): Der Chef-Stratege. DMARC baut auf SPF und DKIM auf und gibt dem Domain-Inhaber klare Anweisungen, was mit E-Mails geschehen soll, die bei einer der beiden Prüfungen durchfallen (z. B. direkt in den Spam-Ordner verschieben oder komplett abweisen).

Die folgende Tabelle fasst zusammen, worauf Sie achten müssen.

SPF, DKIM und DMARC einfach erklärt
Vergleich der drei wichtigsten E-Mail-Authentifizierungsmethoden und was ihr Status im Header bedeutet.

Technologie Zweck Was bedeutet ein 'Fail'?
SPF Prüft, ob der sendende Server autorisiert ist. Die E-Mail kam von einem nicht erlaubten Server. Ein starkes Indiz für Spoofing.
DKIM Bestätigt die Integrität der E-Mail mit einer digitalen Signatur. Die Signatur ist ungültig. Die E-Mail wurde wahrscheinlich unterwegs manipuliert oder gefälscht.
DMARC Legt die Regeln fest, was bei einem SPF- oder DKIM-Fail passieren soll. Die E-Mail hat die Authentifizierungsrichtlinien der Domain nicht erfüllt.

Kurz gesagt: Wenn Sie im Header ein rotes Fähnchen sehen, sollten Sie das sehr ernst nehmen.

Achtung, rotes Tuch: Steht im Header hinter einer dieser drei Prüfungen ein fail oder softfail, ist das ein massives Alarmsignal. Es bedeutet, die Mail hat die Sicherheitsprüfung nicht bestanden und der Absender ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein Betrüger.

Ein spf=fail schreit Ihnen quasi entgegen: „Diese E-Mail wurde von einem Server gesendet, der das gar nicht darf!“ Ein dkim=fail bestätigt: „Das digitale Siegel ist gebrochen – hier stimmt was nicht!“

Diese drei Mechanismen bilden die Basis für eine sichere Kommunikation. Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Verschlüsselung von E-Mails. Wenn Sie lernen möchten, wie Sie Ihre Kommunikation zusätzlich absichern, zeigt Ihnen unser Leitfaden, wie man ein kostenloses S/MIME Zertifikat einrichtet.

Selbst wenn eine E-Mail optisch perfekt aussieht, entlarvt der Header oft die Wahrheit. Nehmen Sie sich diese eine Minute für den technischen Check – sie kann den Unterschied zwischen einem abgewehrten Angriff und einem teuren Sicherheitsvorfall ausmachen.

So reagieren Sie richtig auf verdächtige E-Mails

Okay, Sie haben also eine E-Mail im Posteingach, die Ihnen komisch vorkommt. Das ist schon mal die halbe Miete. Aber was jetzt? Die richtige Reaktion in den nächsten Minuten entscheidet darüber, ob aus einem harmlosen Verdacht ein echtes Problem für Sie oder Ihr Unternehmen wird.

Das Wichtigste zuerst: Ruhe bewahren. Panik ist ein schlechter Ratgeber und führt oft genau zu dem, was die Angreifer wollen – einem unüberlegten Klick.

Die goldene Regel ist simpel, aber absolut entscheidend: Interagieren Sie niemals mit dem Inhalt der verdächtigen E-Mail. Was heißt das konkret? Finger weg von allem, was klickbar ist.

Antworten Sie auf keinen Fall auf die Nachricht. Jede Antwort, selbst ein empörtes „Löschen Sie mich aus Ihrem Verteiler!“, ist für die Betrüger wie ein Lottogewinn. Es bestätigt ihnen, dass Ihr Konto aktiv ist und Sie aufmerksam Mails lesen. Sie werden damit nur zu einem noch attraktiveren Ziel.

Genauso tabu sind Links und Anhänge. Ein Klick kann Sie auf eine perfekt nachgebaute Webseite locken, die Ihre Zugangsdaten abgreift, oder im Hintergrund unbemerkt eine Schadsoftware auf Ihrem Rechner installiert.

Die richtigen Schritte, wenn der Verdacht aufkommt

Stattdessen leiten Sie die verdächtige Nachricht sofort an die richtige Stelle weiter. Im Unternehmenskontext ist das fast immer Ihre IT-Abteilung oder ein benannter IT-Sicherheitsbeauftragter. Diese Meldung ist kein Petzen, sondern aktiver Selbst- und Kollegenschutz. Ihre IT kann die Mail analysieren, den Absender auf eine Sperrliste setzen und, falls nötig, Schutzmaßnahmen für das gesamte Unternehmen hochfahren.

Als Privatperson können Sie betrügerische E-Mails direkt bei Ihrem E-Mail-Anbieter melden (meist über eine „Als Spam melden“- oder „Phishing melden“-Funktion) oder sich an die Verbraucherzentrale wenden. Damit helfen Sie, die Spamfilter für alle zu trainieren und andere Nutzer zu schützen.

Die folgende Infografik zeigt vereinfacht, wie die Technik im Hintergrund – also die Analyse des E-Mail-Headers – dabei hilft, Fälschungen zu entlarven.

Flussdiagramm zur E-Mail-Header-Analyse: Öffnen, Überprüfung mittels SPF/DIM/DMARC, potenzielles Scheitern.

Die Überprüfung von Authentifizierungsmethoden wie SPF, DKIM und DMARC liefert oft den knallharten Beweis, ob der angebliche Absender wirklich der ist, für den er sich ausgibt.

Leider ist Phishing längst kein Nischenproblem mehr. Eine repräsentative Umfrage hat ergeben, dass 64 % der Deutschen in den letzten zwölf Monaten mit Phishing-Versuchen konfrontiert waren. Dabei beschränken sich die Angreifer nicht mehr nur auf E-Mails. Sie nutzen auch Messenger und Social Media, um gezielt emotionalen Druck aufzubauen. Mehr zur Verbreitung von Phishing auf allen Kanälen können Sie in diesem Artikel nachlesen.

Was, wenn es schon zu spät ist?

Mist, es ist passiert. Sie haben geklickt, einen Anhang geöffnet oder vielleicht sogar Daten auf einer Webseite eingegeben. Jetzt bloß nicht den Kopf in den Sand stecken. Schnelles und gezieltes Handeln kann den Schaden massiv eingrenzen.

  • Verbindung kappen: Trennen Sie das betroffene Gerät sofort vom Netzwerk. Schalten Sie das WLAN aus oder ziehen Sie das Netzwerkkabel. Das unterbricht die Kommunikation der Schadsoftware mit den Servern der Angreifer.
  • Passwörter ändern: Falls Sie Login-Daten auf einer gefälschten Seite eingegeben haben, ändern Sie das entsprechende Passwort unverzüglich – und zwar von einem anderen, sauberen Gerät aus. Wichtig: Wenn Sie dieses Passwort auch für andere Dienste nutzen, ändern Sie es dort ebenfalls!
  • Alle informieren: Melden Sie den Vorfall sofort. Im Job bedeutet das: ab zur IT-Abteilung. Privat: Informieren Sie Ihre Bank, den Zahlungsdienstleister oder den Betreiber des kompromittierten Kontos. Behalten Sie Ihre Kontobewegungen genau im Auge.

Wenn Sie merken, dass etwas schiefgelaufen ist, handeln Sie sofort. Jede Minute zählt, um den Angreifern den Zugriff wieder zu entziehen und größeren Schaden zu verhindern. Schnelligkeit ist jetzt Ihr größter Trumpf.

Proaktive Schutzmaßnahmen für Ihren digitalen Alltag

Der beste Schutz vor Phishing ist, gar nicht erst zum leichten Ziel zu werden. Eine starke Verteidigung beginnt nicht erst, wenn eine verdächtige Mail im Postfach aufploppt, sondern schon viel früher. Statt also nur zu reagieren, können Sie eine ganze Menge tun, um Ihre Konten und Ihre digitale Identität von vornherein abzusichern.

Für den privaten Gebrauch gibt es zwei Werkzeuge, die ich wirklich jedem ans Herz lege: Passwort-Manager und die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA). Ein Passwort-Manager nimmt Ihnen die mühsame Arbeit ab, sich für jeden Dienst ein eigenes, starkes Passwort auszudenken und zu merken. Das ist extrem wichtig, denn so verhindern Sie, dass ein geklautes Passwort von einer Webseite gleich die Tür zu all Ihren anderen Konten aufstößt – ein Klassiker nach einem erfolgreichen Phishing-Angriff.

Ziehen Sie Ihre digitale Verteidigungslinie hoch

Die Zwei-Faktor-Authentifizierung, kurz 2FA, ist Ihre zweite Sicherheitsebene. Selbst wenn ein Angreifer Ihr Passwort in die Finger bekommt, scheitert er an der nächsten Hürde: dem zweiten Faktor. Meist ist das ein Code, der an Ihr Smartphone gesendet wird. Mein Rat: Aktivieren Sie 2FA, wo immer es geht – ganz besonders bei Ihren E-Mail-Konten, in sozialen Netzwerken und bei allen Finanzdiensten.

Genauso wichtig ist es, Ihre Software auf dem neuesten Stand zu halten. Updates für Betriebssystem, Browser und andere Programme sind keine Schikane, sondern schließen oft kritische Sicherheitslücken, auf die es Angreifer abgesehen haben.

Proaktive Cybersicherheit bedeutet, Angreifern Hürden in den Weg zu legen. Jede einzelne Maßnahme, von 2FA bis zu regelmäßigen Updates, macht Sie zu einem deutlich unattraktiveren und schwerer zu knackenden Ziel.

In einem Unternehmen genügt der Schutz einzelner Konten natürlich nicht. Hier braucht es eine durchdachte, mehrschichtige Sicherheitsstrategie, die sowohl die Technik als auch den Menschen im Blick hat. Fortschrittliche E-Mail-Sicherheitsgateways sind dabei unverzichtbar, denn sie filtern einen Großteil der Bedrohungen heraus, bevor sie überhaupt einen Mitarbeiter erreichen. Falls Sie mehr darüber wissen möchten, wie Sie die Filtereinstellungen optimieren können, finden Sie in unserem Ratgeber praktische Tipps zum Thema Spam-Filter in Outlook konfigurieren.

Der Mensch als stärkste Firewall

Doch seien wir ehrlich: Keine Technologie ist unfehlbar. Die stärkste und letzte Verteidigungslinie ist immer ein wachsames, gut geschultes Team. Aus diesem Grund sind regelmäßige Security-Awareness-Trainings kein "Nice-to-have", sondern eine absolute Notwendigkeit.

Solche Schulungen sollten aber mehr sein als nur trockene Theorie. Was sich in der Praxis bewährt hat, sind simulierte Phishing-Angriffe. In einer sicheren Umgebung lernen die Mitarbeiter, verdächtige E-Mails zu erkennen und richtig zu reagieren. Die Ergebnisse aus diesen Simulationen sind Gold wert, denn sie zeigen genau, wo noch Nachholbedarf besteht, und helfen dabei, die Schulungen gezielt zu verbessern.

Am Ende des Tages ist es die Sicherheitskultur im Unternehmen, die den Unterschied macht. Mitarbeiter müssen das Gefühl haben, dass sie einen Verdacht jederzeit und ohne Angst vor Konsequenzen an die IT melden können. Eine Kultur, in der Sicherheit als gemeinsame Aufgabe verstanden wird, macht das gesamte Unternehmen widerstandsfähiger. Jeder gemeldete Verdacht ist ein Gewinn für die kollektive Sicherheit.

Häufige Fragen zum Erkennen von Phishing

Im digitalen Alltag tauchen immer wieder Unsicherheiten auf, wenn es darum geht, Phishing-Mails sicher zu erkennen. Um Ihnen schnelle und klare Antworten an die Hand zu geben, haben wir hier die häufigsten Fragen und praxisnahe Handlungsempfehlungen für Sie zusammengefasst.

Was mache ich, wenn eine E-Mail von einem bekannten Kontakt verdächtig aussieht?

Hier ist besondere Vorsicht geboten. Selbst wenn Sie dem Absender absolut vertrauen, könnte sein Konto gehackt worden sein. Ein beliebter Trick von Angreifern ist es, E-Mail-Konten zu kapern und von dort aus Phishing-Mails an das gesamte Adressbuch zu senden. Solche Nachrichten wirken natürlich besonders glaubwürdig.

Deshalb gilt die goldene Regel: Klicken Sie niemals auf Links oder Anhänge, wenn Ihnen irgendetwas komisch vorkommt. Das kann eine unerwartete Rechnung sein, eine plötzliche Bitte um sensible Daten oder einfach ein seltsam dringlicher Ton, den Sie von der Person nicht gewohnt sind.

Die sicherste Methode ist immer die Verifizierung über einen zweiten Kanal. Greifen Sie zum Telefon und rufen Sie die Person kurz an. Alternativ schreiben Sie ihr eine separate Nachricht, zum Beispiel per Messenger, und fragen direkt nach, ob die E-Mail wirklich von ihr stammt.

Sind Phishing-Versuche auf dem Smartphone weniger gefährlich?

Ganz im Gegenteil – sie sind oft sogar riskanter. Auf den kleinen Displays von Smartphones übersieht man verräterische Details viel leichter. Eine manipulierte Absenderadresse oder eine geschickt gefälschte URL fallen kaum auf. Hinzu kommt die Hektik, in der wir unser Handy oft nutzen, was uns unachtsamer macht.

Ein praktischer Tipp: Halten Sie Ihren Finger lange auf einen Link gedrückt, ohne ihn loszulassen. Die meisten Smartphones zeigen Ihnen dann eine Vorschau der echten Ziel-URL an, bevor Sie darauf klicken. Im Zweifelsfall gilt: Ignorieren Sie die E-Mail mobil und prüfen Sie sie später in Ruhe an einem Computer mit größerem Bildschirm.

Reicht mein Virenscanner als Schutz vor Phishing aus?

Ein guter Virenscanner ist eine unverzichtbare Grundlage für Ihre IT-Sicherheit, aber er bietet keinen lückenlosen Schutz vor Phishing. Der Grund dafür ist eigentlich ganz einfach: Phishing zielt in erster Linie auf den Menschen ab, nicht auf die Technik.

Die E-Mail selbst enthält oft keinen direkt schädlichen Code, den ein Virenscanner erkennen könnte. Die eigentliche Falle schnappt erst auf der verlinkten Webseite zu, auf die Sie gelockt werden sollen. Der wirksamste Schutz ist und bleibt daher eine Kombination aus zuverlässigen technischen Lösungen und einem geschulten, kritischen Auge der Mitarbeiter.


Ein starkes Bewusstsein für Cyber-Bedrohungen ist der beste Schutzschild für Ihr Unternehmen. Die Deeken.Technology GmbH hilft Ihnen dabei, Ihre Mitarbeiter zu schulen und eine robuste Sicherheitskultur aufzubauen, die Angreifern keine Chance lässt. Erfahren Sie mehr über unsere maßgeschneiderten IT-Sicherheitslösungen auf https://deeken-group.com.

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